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Hobbies - Astronomie - Astrofotografie und WPAIm 11. und 12. Schuljahr war es zu DDR-Zeiten Ende der 1970er Jahre üblich, im Unterrichtsfach WPA (Wissenschaftlich Praktische Arbeit) eine Belegarbeit zu schreiben. Meine schrieb ich kurz vorm Abitur 1979, und zwar an der Rudolstädter Sternwarte. Neben einer Dokumentation über die wissenschaftlichen Arbeiten und schwierigen Arbeitsbedingungen wegen fehlender Förderung der ersten 10 Jahre des Rudolstädter Sternwartengeschehens nach deren Eröffnung am 21.06.1969 beinhaltete meine WPA-Abschlußarbeit das Thema der Astrofotografie. - Daraus im Folgenden einige Auszüge: ... Früher war die Astronomie auf einzelne visuelle Beobachtungen angewiesen, die kaum einen exakten optischen Eindruck hinterließen und allenfalls beschrieben waren. Hinzu kommt, daß die physischen Fähigkeiten des menschlichen Auges stark begrenzt und individuell verschieden sind. Um neue Aspekte zu untersuchen und einigermaßen genaue Auswertungen vorzunehmen, mußten die betreffenden Beobachtungen ständig wiederholt werden. Durch den Einsatz der Astrofotografie wird ein bleibendes Zeugnis des beobachteten Objektes bzw. Vorganges geschaffen, welches so oft und so lange wie nötig ausgewertet werden kann. Die fotografische Schicht der Platte oder des Filmes besitzt die Eigenschaft, das Licht, das auf sie trifft, zu summieren. ... Aufgrund der Einführung der Fotografie in die Astronomie erfuhr die Astrophysik eine enorme Entwicklung. ... Die einfachsten astrofotografischen Aufnahmen stellen die Sternspuraufnahmen dar, da hierzu nur eine einfache Kleinbildkamera und ein Drahtauslöser erforderlich sind. Die Sterne weisen Oberflächentemperaturen zwischen Die Temeratur ist ein Maß für die mittlere kinetische Energie der sich im Bezugssystem bewegenden Teilchen. ... Einer energiearmen Strahlung entspricht eine lange Wellenlänge, einer energiereichen eine kurze. Im sichtbaren Bereich der Strahlung bedeutet rot relativ energiearm und blau relativ energiereich. Diese Farben der oft mit bloßen Auge sichtbaren Sterne lassen sich von Farbsternspuraufnahmen ablesen und damit ihre Temperaturen schätzen. Außerdem ermöglichen Sternspuraufnahmen eine "Sichtbarmachung" der Erdrotation. Infolge der Erdrotation bewegen sich die Sterne aufgrund ihrer großen Entfernung ohne ersichtliche Eigenbewegung scheinbar an der Erde vorbei. So entstehen die Spuren auf den Bildern, wenn die Kamera nicht nachgeführt wurde. ... In der Mondfotografie unterscheidet man Vokalaufnahmen und Aufnahmen mit Okular. ... Je nach den Beleuchtungsverhältnissen in den einzelnen Phasen sind Einzelheiten der Oberfläche erkennbar. So eignet sich besonders die Phase des 1. Viertels zum Fotografieren von Mondgebirgen, weil hier die Schatten der Objekte relativ deutlich abgebildet werden. Ähnliche Eigenschaften weist auch das letzte Viertel auf, ist aber insofern ungünstig, da es zum größten Teil nur in der zweiten Nachthälfte sichtbar ist. Derartige Aufnahmen erfordern eine möglichst große Auflösung, die durch Okulare mit geringer Brennweite und eine niedrige DINzahl des Filmes erreicht wird. ... Der Vollmond eignet sich für Vokalaufnahmen. Dabei treten die Strahlenkrater besonders hervor. ... Die Sonne wirkt durch ihre Massenanziehung und Strahlung auf die Erde. Sie ermöglicht als Licht- und Wärmespender das Leben auf unserem Planeten. Sie ist wie alle anderen Himmelskörper, deren sichtbare Strahlung wir wahrnehmen, fotografisch erfaßbar. Allerdings sind hier besondere Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Es müssen Filter verwendet werden, um das menschliche Auge zu schützen. ... Sonnenflecken lassen sich fotografisch festhalten, da sie sich als schwarze Gebiete von ihrer Umgebung, die 1000 Grad heiß ist, abheben. ... Besonders fotogene Objekte unter den Planeten sind unsere Nachbarplaneten Venus und Mars, sowie die beiden Riesenplaneten unseres Sonnensystems Jupiter und Saturn. ... Sternfeldaufnahmen zeigen Ausschnitte aus der Vielfalt des gestirnten Himmels. Damit erfaßt man auch solche Sterne, die man mit bloßem Auge nicht mehr beobachten kann. Solche Aufnahmen erfordern besonders lange Belichtungszeiten und eine exakte Nachführung. ... ...
Hier ein Foto der partiellen Mondfinsternis vom 16. August 2008, das ich mit einer Digitalkamera aufnahm:
Nun, um Sterne zu beobachten, muß es rund herum im Allgemeinen dunkel sein, was sich natürlich auch auf Astrofotos bemerkbar macht. Im Falle von Sternspuraufnahmen sind dann auch nur die dünn erscheinenden Spuren der Sterne zu sehen.
Hier das Sternbild Orion ohne Nachführung der Kamera mit Farbpositivfilm, also Spuren entsprechend der Erdrotation:
Bei Sonnenfleckenaufnahmen geht es heller zu, sogar so hell, so daß man Schutzfilter verwenden muß, zum Einen bei einer optischen
Einstellung als Augenschutz, zum Anderen, um eine Überbelichtung durch das grelle Sonnenlicht zu verhindern.
Heutzutage kann man zusätzlich digiale Hilfsmittel dafür nutzen.
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